Come up - slow down

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Eine weltmeisterliche Liebeserklärung

Der Schönrieder Michael (aka Mike) von Grünigen ist dem Saanenland mit Herz und Seele verbunden. Hier machte der zweifache Weltmeister im Riesenslalom seine ersten Stemmbögli und noch heute ist Schönried sein liebstes Skigebiet.

Herr von Grünigen, 2003 haben Sie Ihre beispiellose Karriere auf dem Höhepunkt beendet und führen nun ein ruhiges Leben in ihrem Heimatdorf Schönried. Oder täuscht das?
Ja und nein. Ich bin nicht mehr im Rennmodus wie früher und entsprechend ist auch der tägliche Adrenalinspiegel nicht mehr gleich hoch. Aber ich bin nach wie vor mit dem Skisport eng verbunden und viel unterwegs.

Was heisst das?
Bereits bevor ich meine Karriere beendet hatte, war für mich klar, dass ich dem Sport verbunden bleiben möchte. Und so bin ich jetzt für Fischersports, einer meiner damaligen Ausrüster, als Berater und Rennsport-Koordinator Schweiz tätig. Dabei unterstützen wir Nachwuchssportler mit Material und technischer Beratung. Auch arbeite ich in der Entwicklungsabteilung mit und teste Material und Produkte, die später im Verkauf landen. Zusätzlich bin ich auf den heimischen Pisten als Leiter unserer regionalen Jugendorganisation oder als Skibegleiter von Firmen- und Kundenevents anzutreffen.

Und in den Sommermonaten pflegen Sie das süsse Nichtstun?
Schön wärs. (lacht). Im Sommer bin ich als Vertriebspartner und Botschafter für zwei Firmen im Einsatz, die Fitnessgeräte vertreiben, die sich für Skisport (namens Skier’s Edge) und Kraftsport (namens Eisenhorn) eignen.

Vermissen Sie den Rummel, der Sie damals Winter für Winter begleitet hat, manchmal?
Nein. Ich habe die Zeit damals sehr genossen, aber dadurch, dass ich mit den Athleten im direkten Kontakt bin und auch immer noch an Events rund um den Skisport teilnehme, fehlt mir nichts.

Während Ihrer aktiven Zeit sind Sie in der ganzen Welt herumgekommen – was zog Sie denn zurück ins beschauliche Schönried?
Hier bin ich aufgewachsen und auch während meiner Karriere war meine Homebase stets hier. Ich fühle mich dem Saanenland sehr eng verbunden, deshalb stand es für mich nie zur Diskussion, woanders hinzuziehen. Wieso auch? Wir geniessen eine hohe Lebensqualität und sind umgeben von einer wunderschönen Landschaft. Sowohl touristisch, sportlich wie auch kulturell ist das Angebot auf hohem Niveau.

Auf dem Horneggli ist sogar eine Piste nach Ihnen benannt. Wie oft sind Sie auf dem MVG-Run anzutreffen?
Häufig, denn es ist eine sehr attraktive Piste. Mit dem Skiclub sind wir da oft am Trainieren. Auch wenn ich mit Gästen einen ganzen Tag unterwegs bin, starten wir meist am Horneggli. Weiter geht’s zum Hornberg/Saanersloch, ein eher einfaches Skigebiet, aber auch bei Schneefall oder Nebel dank den im Wald eingebetteten Pisten gut zu fahren. Dann via Oeschseite nach Zweisimmen zum Rinderberg bis nach St. Stephan, wo die Pisten sehr attraktiv sind. Auf dieser Tour kann man praktisch den ganzen Tag unterwegs sein, ohne zweimal denselben Lift zu benutzen.

Wer nutzt das Angebot, mit dem Weltmeister MVG einen Tag unterwegs zu sein?
Oft kommen langjährige Fans, die sich den Tag zu ihrem Geburtstag schenken lassen oder KMU, die einen Firmenausflug machen. Es sind durchs Band nette Begegnungen mit schönen Gesprächen.

Und wie oft stehen Sie heute noch auf den Skiern?
Im Winter in der Regel sechs von sieben Tagen. Es ist fast wie früher, nur hat sich der Fokus von mir auf andere verlagert.