Viel Lebensfreude, viel Tradition

Diese Seite empfehlen

Suufsunntig: Bergpredigt der anderen Art

Wo sind Traditionen alltäglich – einfach so? Nichts ist künstlich, alles ist echt und kommt von Herzen. Ob Suufsunntig, Züglete oder Scherischnitt: In Gstaad lebt ein Stück Vergangenheit in bester Gesellschaft, hier und heute.

Etwas eigenartig tönt der Titel ja schon: Suufsunntig. Was trinkt man denn an einem solchen sonntäglichen Fest? Und sind alle Gstaader wirklich so durstig? Eher erlebnishungrig, würde man sagen. Über zehn Suufsunntige – verteilt auf verschiedene Alpen im Saanenland – finden zwischen Juli und August statt. Und saufen tun vor allem die Kühe, die zur Prämierung vorgeführt werden. Der krönende Moment jeden Älplerfestes ist nämlich die Präsentation der schönsten Kuh im Laufe des Nachmittags, die jeweils im Vorfeld ausgelesen wird. Mit Bergblumen, Tannenästchen und anderem Schmuck präsentiert sich die stolze Miss und wird feierlich von den anwesenden Jodlern besungen. Anschliessend gibt der Besitzer der Meisterkuh einen aus: Eine Runde Weisswein für alle liegt da schon drin.

Ein grosser Schlugg

Fröhlich startet der Tag: Traditionsgemäss gibt’s zum Auftakt am Suufsunntig einen Schlugg – ein joghurtähnliches Getränk, das beim Käsen entsteht. Ab 11 Uhr morgens ist dann die Festwirtschaft geöffnet. Zwischendurch präsentieren sich immer wieder Jodlerformationen mit urchigem Gesang. Und meistens gegen Mittag hin folgt dann die Bergpredigt. Der anwesende Pfarrer preist nicht nur den lieben Gott, sondern auch die Natur und deren Schönheit. Oft werden auch Kleine in diesem Kreis getauft ; und da fliesst  durchaus auch mal das eine oder andere Freudentränchen bei Eltern, Gotte und Götti vor versammelter Gemeinde. Unterdessen tollen die anderen Kinder ums Haus herum oder streicheln Kuh, Geiss und Huhn. Die Grossen feiern bei lüpfiger Musik bis spät in die Nacht hinein. Und alle vergessen für einen kurzen Moment den Fluss der Zeit.


Happy End für den Sommer

Sie gehen und kommen, wann sie wollen. Ende Mai, Anfang Juni brechen die Bauern zu den Alpen auf, sobald die Wiesen auf dem Zwischen- und Maiensäss gut bewachsen sind. Und im September, wenn die feinen Kräuter verspeist sind, dann kehren sie heim – ohne fixen Fahrplan. Und so sind die Alpauf- und -abzüge im Saanenland zufällig unterwegs. Die Kühe sind bunt geschmückt, traben und trotten übermütig talwärts und tragen die grössten Treicheln um den Hals, damit man sie schon von Weitem hört. Die Züglete ist in vollem Gang. Mit etwas Glück begegnet man diesem traditionellen Schauspiel, das keine Marketing-Show ist, irgendwo am Strassenrand oder auf einer Wanderung im Tal. Ein Fixpunkt – der einzige seiner Art – ist die Gstaad- Züglete am 2. September. Schon die dritte Ausgabe ist angesagt. Damit klingt die Alpabzugssaison aus – mit einem beeindruckenden Marsch der Kuhformationen im 30- bis 60-Minuten-Rhythmus, mitten durchs schicke Dorf.

Gstaad-Züglete: Samstag, 2. September 2017, 9.30 bis 16.30 Uhr


Miss Schöneuter

Es geht um Eutergrösse, Fellbeschaffenheit und Rückgrat – an den Viehschauen, die den ganzen Sommer über auf den Alpen der Ferienregion stattfinden. Da sind gestrenge Richter am Werk, welche die Kühe von Kopf bis Fuss mustern und bepunkten. Es wird viel diskutiert, gefachsimpelt und aus berufenem Munde kommentiert. Denn viel sind sie wert, diese Tiere, für die Bauern, die damit ihr täglich Brot verdienen. Hat ihre Kuh nämlich erst eine Auszeichnung eingeheimst, lässt sie sich an der nächsten Versteigerung für einen besseren Preis verkaufen oder zur Zucht nutzen. Auch für die Besucher geht’s quasi um die Wurst, sie können nämlich den Wahlen live bei Käse, Wurst und Brot beiwohnen.


Perfekter Schnitt

Ein feines Händchen, ein gutes Auge und viel Fantasie braucht’s für einen Scherischnitt. Schwarz auf Weiss – selten auch koloriert – spielen sich vor dem Auge des Betrachters die idyllischen Szenen aus dem Bauernleben ab. Ueli Hauswirth aus Zweisimmen ist einer jener Scherenschnittkünstler, die eine feine Klinge führen. Im Restaurant und Scherenschnittmuseum Hüsy in Blankenburg bei Zweisimmen hängen seine Werke nebst unzähligen anderen. Seit dem 19. Jahrhundert, als der Saaner Johann Jakob Hauswirth Pionierarbeit leistete, ist das Handwerk mit der heilen Welt auf Papier ein Exportschlager geworden. Bei ihrer ligranen Arbeit lassen sich Ueli Hauswirth, seine Kolleginnen und Kollegen gern über die Schulter schauen.

Sitemap

Gstaad

Neben Gstaad umfasst die Region weitere 9 Chaletdörfer, die auf 1'000 bis 1'400 Meter gelegen sind. Die Marke Gstaad steht heute weltweit für schicken Charme und diskreten Luxus mit Understatement. Aber trotz Stil und Klasse: Gstaad ist echt alpin und bodenständig geblieben. Man ist stolz auf seine Tradition und lebt sie.

Mehr als 1000 Veranstaltungen stehen Gästen jährlich zur Verfügung, darunter Top Events von Weltformat. Dazu finden Besucher eine Spitzen-Hotellerie, ausgezeichnete Shoppingmöglichkeiten entlang der autofreien Flanierpromenade und einen eigenen Flugplatz in Saanen.

Kontakt

Gstaad Saanenland Tourismus
Promenade 41
CH - 3780 Gstaad
Tel +41 33 748 81 81
Fax +41 33 748 81 83
info@gstaad.ch

Anreise & Lage

Newsletter